Therapie des Sinus Pilonidalis

Die Therapie der Erkrankung richtet sich nach der Aktivität, der Größe und individuellen Gegebenheiten.

 

Beim akut abszedierten, mit einer schmerzenden Eiterhöhle einhergehenden Befund ist in der Regel eine schnellstmögliche Entlastung erforderlich.

Hier gibt es die Möglichkeiten des ein- und des zweizeitigen Vorgehens.

 

Beim einzeitigen Vorgehen wird der Befund in Narkose im Gesunden entfernt und die Wundhöhle offengelassen. Die Wundpflege erfolgt durch regelmäßige Verbandwechsel, die der Patient in der Regel selbst durchführt, mit Ausduschen der Wundhöhle und Feuchtverbänden. Die Wunde muss vom Wundgrund her nach oben heilen, die Haut wächst dann von den Rändern her über. Der Prozess kann je nach Wundgröße langwierig sein und einige Wochen in Anspruch nehmen.

 

Beim zweizeitigen Vorgehen erfolgt zunächst ein Entlastungsschnitt in örtlicher Betäubung/Vereisung, so dass der Eiter abfließen kann. Die Wunde wird gepflegt und gespült, bis eine reizfreie Fistel entstanden ist. Dann kann die operative Versorgung geplant in Narkose erfolgen, entweder durch komplette Entfernung und offene Wundbehandlung, eventuell kombiniert mit die Höhle verkleinernden Nähten, oder bei kleinen nicht entzündeten Prozessen durch Entfernung und direkte Naht. Bei nichtentzündeten größeren Befunden ist auch eine plastische Deckung (Wundverschluss über Hautlappenplastik) möglich (Limberg-Plastik oder Karydakis-Plastik).

 

Chronische, reizfreie Fistelsysteme werden geplant in Narkose entfernt und versorgt, entweder durch komplette Entfernung und offene Wundbehandlung, eventuell kombiniert mit die Höhle verkleinernden Nähten, oder bei kleinen nicht entzündeten Prozessen durch Entfernung und direkte Naht oder mit plastischer Deckung (Limberg-Plastik).