OP - Techniken bei Hallux valgus

 

Chevron/Austin

 

Bei der Chevron-Osteotomie erfolgt die Exzision der verdickten Weichteile am Innenrand über dem Großzehengrundgelenk. Anschließend wird das Gelenk eröffnet und an der Außenseite des Gelenkes ein „lateral release“ (Zusammenfassend Kapseldurchtrennung und Lösung des Adduktorenkomplexes, also der Sehnen, welche das Großzehengrundglied zu den Kleinzehen hin ziehen).

Der Knochen selbst wird in Form eines liegenden, nach vorn spitzen V durchtrennt, nach kleinzehenwärts verschoben und wieder fixiert. Ich verwende zur Fixation eine Titanschraube, welche in aller Regel nicht entfernt werden muss. Anschließend werden  die Kapsel wieder vernäht, die Haut verschlossen und ein korrigierender Verband angelegt. Eine Entlastung des Vorfußes in einem Spezialschuh (Vorfußentlastungsschuh, Bild) ist für 6 Wochen erforderlich. Im Schuh darf die Ferse voll belastet werden. Des Weiteren wird für 7-10 Tage eine medikamentöse Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin (Spritzen) durchgeführt. Dies erledigen die Patienten oder die Angehörigen nach Anleitung durch uns selbst. Begleitend erfolgt eine physiotherapeutische Behandlung) Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist abhängig von der beruflichen Tätigkeit. Mit 8 – 12 Wochen ist in aller Regel zu rechnen.

 

Scarf

Bei der Scarf-Osteotomie wird neben der lateralen Weichteilkorrektur (häufig über einen zusätzlichen Schnitt am Fußrücken zwischen I. und II. Strahl) eine langgezogene Z-förmige Durchtrennung des Schaftes des I. Mittelfußknochens. Auch hier erfolgt nach Stellungskorrektur die Verschraubung des Knochens mittels (meist 2) Schrauben. Die Nachbehandlung entspricht im Wesentlichen der nach Chevron-Osteotomie.

 

 

Keilresektionen

Keilresektionen können prinzipiell auf 2 Arten entnommen werden: Einerseits als Closing-wedge-Osteotomie („zuklappende“ Osteotomie), wobei an der Außenseite des körpernahen Mittelfußknochenschaftes ein Knochenkeil entnommen wird, dessen Spitze nach innen zeigt. Es resultiert eine leichte Verkürzung des I. Mittelfußknochens.

Andererseits als Opening-wedge-Osteotomie („auklappende“ Osteotomie), wobei an der Innenseite des körpernahen Mittelfußknochenschaftes ein Knochenkeil entnommen wird, dessen Spitze nach außen zeigt. Es resultiert eine leichte Verlängerung des I. Mittelfußknochens.

Bei beiden Techniken erfolgt die Wiedervereinigung des Knochens mit einer Metallplatte. Eine Weichteilkorrektur am lateralen Großzehengrundgelenk komplettiert den Eingriff.

Die Nachbehandlung kann in einer Unterschenkelorthese, zunächst mit Abrollbelastung für 2 Wochen, dann mit Vollbelastung erfolgen. Die Orthese sollte 6 Wochen getragen werden, die Thromboseprophylaxe wird risikoadaptiert durchgeführt.

 

 

Lapidus-Arthrodese

Das Prinzip der Lapidus-Arthrodese ist die Korrektur im Tarsometatarsalegelenk I, also zwischen Fußwurzel und I. Mittelfußknochens. Über eine keilförmige Knochenentnahme an der Fußwurzel (Os cuneiforme mediale) erfolgt zusammengefasst die Korrektur des Strahles, die Stabilisierung wird entweder mit gekreuzten Schrauben oder mit speziellen Titanplatten durchgeführt. Eine Weichteilkorrektur zwischen I. und II. Strahl ist immer erforderlich, häufig auch die Kombination mit einer Chevron-Osteotomie. Die Nachbehandlungsschemen sind unterschiedlich und abhängig von der Art der Stabilisierung. Orthesen, Entlastungsschuhe, Castschienen kommen zur Anwendung. Eine Vollbelastung im Straßenschuh mit Sohlenversteifung ist nach 6-8 Wochen möglich, die Thromboseprophylaxe wird risikoadaptiert durchgeführt