Dorsales und plantares Fersenschmerzsyndrom

 

 

Plantares Fersenschmerzsyndrom

Viele Menschen leiden unter Schmerzen an der Fußsohle bei Belastung, beim Aufstehen aus ruhender Position oder auch unter Dauerschmerzen, welche vom Fersenbein in die Fußsohle ausstrahlen. Diese Beschwerden werden meist mit einer knöchernen Ausziehung des Sehnenplattenansatzes am Fersenbein, einem sogenannten „Fersensporn“ in Verbindung gebracht. Allerdings können die Beschwerden auch ohne diesen „Sporn“ auftreten, andererseits haben viele Patienten diesen „Fersensporn“ ohne jemals Beschwerden zu haben. Ursächlich ist eine Überlastung der Bindegewebs- und Sehnenstrukturen der Fußsohle mit resultierendem Weichteilverschleiß, ähnlich wie beispielsweise beim Tennisarm. Risikofaktoren sind viel Gehen und Stehen, Konflikte mit dem Schuhwerk (Sicherheitsschuhe), Übergewicht.

Die Therapie ist zunächst konservativ mit Einlagenversorgung (meist erfolgreich), Injektionen, möglich ist auch eine Röntgenreizbestrahlung. Teilweise werden auch Ultraschall- und Laserbehandlungen (Selbstzahlerleistungen) durchgeführt, mit wechselnden Erfolgen. Die Operation steht am Ende der Behandlungskette in Form der Denervierung (Ausschalten der schmerzvermittelnden Nerven) oder bei nachgewiesener Einengung der Fußsohlennnerven mit Gefühlsstörungen in der Freilegung und Dekompression derselben.

 

 

Achillodynie

Darunter werden überlastungsbedingte, degenerative Prozesse am Achillessehnenansatz bezeichnet. Es entstehen Belastungs-, Bewegungs- und Ruheschmerzen, die Sehne kann sich verdicken. Es kann kurz- mittelfristig ein spontaner Riss der Sehne entstehen. Die Therapie besteht zunächst in Schonung, Ruhigstellung, der Anwendung von Zinkleimverbänden, im Tragen spezieller Bandagen. Von Cortisoninjektionen an der Achillessehne nehme ich Abstand, da diese zu einer erhöhten Rissgefahr führen können. Bei im MRT nachgewiesener Sehnennekrose oder erheblicher Sehnenscheidenentzündung ist die operative Freilegung in Narkose erforderlich. Erkranktes und entzündetes Gewebe wird dabei entfernt. Die Nachbehandlung wird in einer Unterschenkelorthese durchgeführt, die etwa 4-6 Wochen getragen werden soll. Während dieser Zeit ist eine Thromboseprophylaxe erforderlich.

 

 

Haglundferse

Als Haglundferse oder Haglundexostose wird eine knöcherne Vorwölbung des hinteren Fersenbeinanteils am Achillessehnenansatz bezeichnet, welche eine schmerzhafte Reizung verursache und das Tragen von Schuhwerk stark behindern kann. Die Therapie ist operativ und besteht in der teilweisen Ablösung der Achillessehne vom Fersenbein und der Abtragung der überschüssigen Knochenanteile. Dies kann in bestimmten Fällen auch minimalinvasiv durch eine Arthroskopie erfolgen. Auch hier wird die  Nachbehandlung in einer Unterschenkelorthese durchgeführt, die etwa 4-6 Wochen getragen werden soll. Während dieser Zeit ist eine Thromboseprophylaxe erforderlich.

 

 

Rückfußfehlstellungen

 

Angeborene und erworbene Rückfußfehlstellungen durch degenerative Veränderungen, Unfallfolgen (Fersenbeinbruch), Funktionsverlust von stabilisierenden Muskeln oder Sehnen wirken sich auf die Stellung und Funktion des gesamten Fußes aus und können schmerzhafte Gehbehinderungen verursachen. Sekundär ist auch die Entwicklung von Arthrosen zu erwarten. Leichtere Formen können mit Einlagen korrigiert werden. Unterstützend helfen Fußgymnastik und Physiotherapie. Fortgeschrittene Stadien bedürfen der komplexen Rekonstruktion von knöchernen und Sehnenstrukturen.